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Ausgabe 10/2025

Das Bildungsverständnis der Unfallversicherungsträger

Wie lernen Menschen am besten? Die Unfallversicherungsträger haben das gemeinsame Bildungsverständnis aktualisiert. Es beschreibt zentrale Prinzipien für wirksames, kompetenzorientiertes und praxisnahes Lernen – als Grundlage für Qualifizierungsarbeit. Der Artikel gibt einen Überblick über die wichtigsten Aspekte.

Key Facts

  • Die Unfallversicherungsträger verfügen über ein gemeinsames Bildungsverständnis.
  • Dieses legt fest, auf welchen Grundprinzipien die Qualifizierungsarbeit der Unfallversicherungsträger basiert.
  • Es schafft Orientierung und ermöglicht eine zielgerichtete, bedarfsgerechte und wirksame Qualifizierung.

Das Bildungsverständnis der Unfallversicherungsträger bildet die Grundlage für die Qualifizierung im Kontext von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Es integriert aktuelle lernwissenschaftliche Erkenntnisse, setzt auf kompetenzorientierte Didaktik und fördert den Praxistransfer. Zugleich werden Digitalisierung, Werteorientierung und Inklusion berücksichtigt und in die Bildungsarbeit eingebettet. Damit trägt das Bildungsverständnis zu einer hochwertigen Aus- und Weiterbildung von allen mit Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit betrauten Personen gemäß § 23 Sozialgesetzbuch (SGB) VII bei.

Kernaspekte

Das Bildungsverständnis setzt sich aus elf Grundprinzipien zusammen, die beschreiben, wie die Unfallversicherungsträger wirksame Bildung verstehen und umsetzen (siehe Abbildung 1). Im Folgenden sind die Prinzipien stark gekürzt dargestellt; das vollständige Bildungsverständnis wird in Kürze auf der Internetseite der DGUV veröffentlicht.

Die elf Grundprinzipien des Bildungsverständnisses der DGUV
Abbildung 1: Die elf Grundprinzipien des Bildungsverständnisses der DGUV | Quelle: DGUV

Lebenslanges Lernen

Bildung wird als ein lebenslanger, aktiver Aneignungsprozess verstanden und Lernende als Mitgestaltende ihres Kompetenz- zuwachses. Anbietende von Qualifizierungsangeboten tragen die Verantwortung, dazu dienliche Rahmenbedingungen zu schaffen und eine lernförderliche Kultur von Wertschätzung und Augenhöhe zu leben.

Kompetenzorientierung

Die Qualifizierung zielt auf den Aufbau von Handlungskompetenzen durch die Entwicklung von Fach-, Methoden-, Sozial- und Persönlichkeitskompetenzen.

Aktivierende Methodik und Didaktik

Lernenden wird eine aktive Auseinandersetzung mit und das Erleben von Lerninhalten ermöglicht. Kooperative und kollaborative Methoden fördern die Eigenbeteiligung, Vertiefung und Kompetenzentwicklung der Lernenden.

Passende Lernarrangements

Lernarrangements werden so gestaltet, dass sie zum angestrebten Lernergebnis, zur Zielgruppe und den Rahmenbedingungen passen und wirksames Lernen ermöglichen.

Praxistransfer

Die Fähigkeit, Lern- und Veränderungsimpulse selbstverantwortlich und erfolgreich in der Praxis umzusetzen, wird gefördert, indem Lernende beim Entwickeln von Umsetzungsstrategien unterstützt werden.

Arbeitsweltbezug

Die Qualifizierung knüpft eng an den beruflichen Alltag an. Inhalte und Lernformen orientieren sich an realen Arbeitsbedingungen, um die Relevanz und Anwendbarkeit zu erhöhen.

Selbstgesteuertes Lernen

Lernenden wird zugetraut, Partnerinnen und Partner des gemeinsamen Lernprozesses zu sein. An bestehenden Kompetenzen wird angeknüpft und Selbstwirksamkeitserfahrungen bereits während der Qualifizierung ermöglicht.

Rollen- und Kulturwandel

Lernende übernehmen Eigenverantwortung für ihren Lernprozess und gestalten diesen aktiv mit. Lernbegleitungen steuern, lenken und unterstützen diesen Lernprozess. Durch diesen Lernkulturwandel wachsen die Anforderungen an die Fachexpertise sowie die Verantwortung und die Aufgabenvielfalt von Lernbegleitungen.

Werteorientierte Qualifizierung

Die Qualifizierung steht für Sicherheit und Gesundheit als zentrale Werte und hebt diese in ihren Qualifizierungsangeboten hervor. Lernenden wird dabei ermöglicht, diese Werte durch Austausch und Reflexion zu erkennen und in ihr berufliches Handeln zu integrieren.

Gesundheitsorientierung und Inklusion

Eine lernförderliche Umgebung stellt sowohl das Wohlbefinden als auch die Zugänglichkeit für alle Teilnehmenden in den Mittelpunkt. Barrierearme Lernumgebungen und methodischdidaktische Flexibilität bilden die Grundlage für individuelle Teilhabe und eine inklusive und offene Lernkultur.

Qualitätssicherung

Durch systematische Evaluation und einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess wird sichergestellt, dass die Qualifizierungsangebote den Bedarfen und Anforderungen dauerhaft gerecht werden. Lernwissenschaftliche Erkenntnisse werden genutzt und Innovationen aus Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Künstlicher Intelligenz gezielt geprüft auf ihre Passung und Anwendbarkeit für unsere Qualifizierung.

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