Der Präventionsguide Psyche – ein Onlinetool für die betriebliche Beratung
Psychische Erkrankungen zählen in Deutschland zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung. Viele Präventionspotenziale bleiben ungenutzt. Der Präventionsguide Psyche verfolgt das Ziel, die psychische Gesundheit von Beschäftigten durch eine bessere Vernetzung der Präventionsangebote systematisch zu fördern.
Key Facts
- Der Präventionsguide Psyche hat das Ziel, jegliche betriebliche Beraterinnen und Berater bei der Verweisberatung im Bereich psychische Gesundheit gezielt zu unterstützen
- Er bietet einen kompakten Überblick über die vielfältigen Angebote der verschiedenen Sozialversicherungsträger
- Die Präventionsangebote erstrecken sich vom betrieblichen Arbeitsschutz bis hin zur Integration in den Arbeitsmarkt
Im Rahmen des Programms „Arbeit: Sicher und Gesund“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales verfolgt das von „systemkonzept“ durchgeführte Projekt „Psychische Gesundheit – Arbeit – Prävention PsyGAP“[1] das Ziel, die psychische Gesundheit von Beschäftigten durch eine bessere Vernetzung der Präventionsangebote systematisch zu fördern. Es wurden sowohl Politikwerkstätten mit Expertinnen und Experten aller relevanten Bereiche durchgeführt, um gemeinsam ganzheitliche Lösungen zur Stärkung psychischer Gesundheit am Arbeitsplatz zu entwickeln, als auch ein wissenschaftliches Forschungsbegleitprojekt. Auch dort wurde der zentrale Aspekt der Förderung der psychischen Gesundheit von Beschäftigten aufgegriffen. „GAP“ steht dabei auch für die Präventionslücken, die es zu identifizieren galt.
Diese Lücken sollen sowohl durch eine bessere Vernetzung der Präventionsangebote der einzelnen Sozialversicherungsträger (SVT) im Betrieb als auch durch von „systemkonzept“ gesammelte praktikable Lösungsansätze geschlossen werden. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen werden durch ein ganzheitliches Konzept bei der Erstellung/Optimierung ihres betrieblichen Gesundheitsmanagements unterstützt.
Um eine bessere Sichtbarkeit der Präventionsangebote der einzelnen SVT im Betrieb zu erreichen, wurde der Präventionsguide Psyche (PGPsych) von „systemkonzept“ entwickelt, mit dem Ziel, Beraterinnen und Berater von Betrieben eine strukturierte Übersicht über relevante Angebote und Anlaufstellen im Bereich Prävention und psychische Gesundheit bereitzustellen. Er unterstützt auch im Rahmen der Verweisberatung (also bei der Vermittlung passender Anlaufstellen außerhalb des eigenen SVT), sodass Präventionsangebote zielgerichtet Betriebe und Beschäftigte erreichen.
Der PGPsych kann die Lücken im Zusammenspiel von psychischer Gesundheit, Arbeit und Prävention gezielt schließen.
Die Zusammenstellung der Präventionsangebote basiert auf den entsprechenden Ausführungen der in diesem Zusammenhang relevanten Sozialgesetzbücher. Diese Angebote können von allen Beschäftigten und Betrieben in Deutschland in Anspruch genommen werden. Die Präventionsangebote sind überwiegend kostenfrei und werden von den SVT sowie anderen Akteuren im Bereich psychischer Gesundheit in Deutschland bereitgestellt. Die inhaltliche Darstellung wurde mit den SVT abgestimmt.
Der PGPsych[2] gibt Hinweise, wenn in der Beratungstätigkeit Situationen auftreten, die die psychische Gesundheit betreffen. Indikatoren hierfür können zum Beispiel eine Zunahme von Arbeitsunfähigkeitsfällen, Rückmeldungen über Stress/Zeitdruck oder Fragen zur betrieblichen Wiedereingliederung sein. Zielgruppen sind:
- Präventionsberaterinnen/Präventionsberater der SVT
- Rehabilitationsberaterinnen/Rehabilitationsberater
- Beraterinnen/Berater im Arbeitgeber-Service der Bundesagentur für Arbeit und des Integrationsfachdienstes
- Beraterinnen/Berater des Firmenservice der Deutschen Rentenversicherung
- Fachkräfte für Arbeitssicherheit
- Arbeitsmedizinerinnen/Arbeitsmediziner
- Weitere Beraterinnen/Berater
Mit dem PGPsych erhalten Beraterinnen und Berater eine strukturierte Übersicht und schnellen Zugang zu Informationen und Angeboten verschiedener Akteure zu Themen, die das gesamte Spektrum der psychischen Gesundheit abdecken, darunter:
- Betrieblicher Arbeitsschutz (zum Beispiel Beurteilung der Arbeitsbedingungen, Psyche oder betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung)
- Psychisch fit bleiben (zum Beispiel zur Stressbewältigung, Resilienzförderung und Förderung der Gesundheitskompetenz)
Rehabilitation (zum Beispiel Beratungsangebote, die eine Rückkehr ins Arbeitsleben nach psychischen Erkrankungen unterstützen) - Betriebliche Wiedereingliederung (zum Beispiel Hilfen für den schrittweisen Wiedereinstieg in die Arbeit nach längerer Erkrankung)
- Integration in den Arbeitsmarkt (zum Beispiel Informationen und Beratungsangebote zum (Wieder-)Einstieg ins Berufsleben)
Der PGPsych durchläuft einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Einerseits wird die Übersicht der Präventionsangebote gepflegt, andererseits wird durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und weiteren Features eine Vereinfachung der Handhabung innerhalb des Folgeprojekts „prävention.hoch2“ [3] angestrebt.
Der PGPsych kann die Lücken im Zusammenspiel von psychischer Gesundheit, Arbeit und Prävention gezielt schließen. Als Pendant wurde ein Präventionsguide Physis erstellt, um die gleichen Vorteile zur physischen Belastung zu erreichen.
Fußnoten
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Gesellschaft für Systemforschung und Konzeptentwicklung mbH: Psychische Gesundheit – Arbeit – Prävention / PsyGAP, https://psygap.de (zuletzt abgerufen am 13.03.2026)
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Gesellschaft für Systemforschung und Konzeptentwicklung mbH: Präventionsguide Psyche (PGPsyche), https://praeventionsguidepsyche.de (zuletzt abgerufen am 13.03.2026)
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Gesellschaft für Systemforschung und Konzeptentwicklung mbH: Übersichtshomepage zu den Präventionsguides Physis und Psyche sowie dem Projekt prävention.hoch2, https://praeventionsguide.de (abgerufen am 02.05.2026)