Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Zahlen bleiben für manche Menschen ein ewiges Rätsel, für andere hingegen, wie zum Beispiel für Galileo Galilei, sind sie „das Alphabet, mit dessen Hilfe Gott das Universum beschrieben hat“. Aus Sicht der gesetzlichen Unfallversicherung kann man zumindest sagen: Zahlen sind ein sehr nützliches Hilfsmittel, um unsere Arbeit zu verbessern.

So lässt sich die Wirksamkeit des Arbeitsschutzes mit unterschiedlichen Kennzahlen messen, vergleichen und weiterentwickeln. Zahlen helfen aber auch, die Aufsichtstätigkeit effektiver zu machen. Der Einsatz digitaler Assistenzsysteme unterstützt die Aufsichtspersonen bei der Planung, Durchführung und Finalisierung ihrer Betriebsbesuche. Die Automatisierung von Verwaltungs-, Berichts- und Begleitprozessen leistet so einen wichtigen Beitrag, um Effizienz und Effektivität zu erhöhen.

Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung verfügen über umfassende Statistiken zu Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, diese Daten nutzen sie, um ihre Präventionsarbeit zu steuern. Genutzt haben wir dieses Datenmaterial auch für ein trägerübergreifendes Projekt zur Verwirklichung der Vision Zero. Es wurde ein Gesamtüberblick über besondere Unfallschwerpunkte herausgearbeitet und daraus konnten zahlreiche Maßnahmen für die konkrete Präventionsarbeit abgeleitet werden.

Auch unsere Präventionskampagne kommmitmensch hat einige der im Projekt identifizierten Unfallschwerpunkte aufgegriffen – wie zum Beispiel die Absturzunfälle. Vier Jahre lang hat sich die Kampagne für eine ganzheitliche Kultur der Prävention in Betrieben und Bildungseinrichtungen eingesetzt, zum Dezember 2021 endet der kommmitmensch. Mit der SARS-CoV-2-Pandemie konnte die Kampagne sich erfolgreich neuen Herausforderungen stellen. Unter dem Motto „Arbeitsschutz ist Gesundheitsschutz“ hat sie Unternehmen und Einrichtungen mit Informationsmaterial unterstützt.

Die Kampagne hat das Thema „Kultur der Prävention“ angeschoben und viele Materialien entwickelt, die den Unternehmen und Einrichtungen bei der Entwicklung einer Kultur der Prävention helfen können. Diesen Auftakt werden wir jetzt weiterführen und in die tägliche Präventionsarbeit übersetzen. Allen Verantwortlichen und Mitarbeitenden der Kampagne möchte ich an dieser Stelle noch einmal meinen persönlichen Dank aussprechen für ihr außergewöhnliches Engagement!

Ihr

Dr. Stefan Hussy