Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

die Corona-Epidemie hat ihr Brennglas auch auf Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin gerichtet. Auf verschiedenen Ebenen war die Expertise unserer Fachleute gefordert, das hat uns sichtbarer gemacht in der Gesellschaft. Gleichzeitig treten Fragen, die die Zukunft beider Fachgebiete betreffen, noch schärfer hervor.

Wenn der Betrieb als Arbeitsmittelpunkt an Bedeutung verliert, Beschäftigte zu flexiblen Zeiten auch zu Hause oder an anderen Orten arbeiten, wie können wir die Menschen dann noch erreichen und sie für die Belange von Sicherheit und Gesundheit gewinnen? Wie können wir Menschen weiterhin bestmöglich unterstützen angesichts der Herausforderungen von Digitalisierung und demografischem Wandel? Auf welchen Wegen können wir in Zukunft Vorsorge anbieten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren entgegentreten? Wie können wir neue Risiken so früh wie möglich erkennen?

Gute Lösungen für viele dieser Zukunftsfragen werden wir nur mithilfe wissenschaftlicher Unterstützung finden können. In diesem Heft gibt das Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV (IPA) einen Einblick, wie vielfältig diese Forschungsarbeit ist und wie sie die Arbeit der Unfallversicherungsträger konkret unterstützt. Ganz aktuell zum Beispiel mit Studien und Beratung zu Themen wie Gesichtsmasken, Impfen und Testen im Rahmen der Infektionsbekämpfung.

Jenseits aller brisanten Aktualität leistet die arbeitsmedizinische Forschung dauerhaft wichtige Grundlagenarbeit für die Unfallversicherung. Das zeigen Themenschwerpunkte wie Früherkennung und Diagnostik arbeitsbedingter Krebserkrankungen, Forschungen zu den Auswirkungen von bestimmten Stoffen und Stäuben auf die Beschäftigten, Allergieforschung oder die Festlegung von Grenzwerten für Gefahrstoffe.

Das IPA ist eines von drei Forschungsinstituten unter dem Dach der DGUV. Alle drei haben unterschiedliche Ausrichtungen und genau darin liegt der Mehrwert für die Unfallversicherungsträger. Im Rahmen einer Gesamtstrategie ergänzen sich die Arbeitsschwerpunkte der Institute. Gemeinsam können sie uns helfen, die richtigen Antworten auf die komplexen Fragestellungen der Zukunft zu finden.

Ihr

Dr. Stefan Hussy